„Wie sorge ich dafür, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Verwaltung gesund bleiben?“, an dieser Frage orientierte sich das jüngste kommunalpolitische Fachgespräch, zu dem die SPD-Kürten eingeladen hatte. Die rund 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer an dem Gespräch, darunter auch mehrere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kürtener Gemeindeverwaltung, Bürgermeister Willi Heider und die Landratskandidatin Tülay Durdu, erhielten durch den Referenten Oliver Flohr einen Einblick in die Personalmanagementpraxis der Gemeinde Lindlar. Flohr ist dort als allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters und Leiter Personal, Organisation und IT-Steuerung tätig. Er steht für neue Ideen und setzt diese erfolgreich in die Praxis um.

Als zentrales Element eines guten Personalmanagements benennt Flohr die Wertschätzung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, dieses führe zu Motivation und somit zu guten Leistungen. Alleine das reiche aber nicht, so habe die Gemeinde Lindlar ein Modell für Betriebliches Gesundheits-management entwickelt, welches bereits mehrfach prämiert wurde, u.a. vom Landschaftsverband Rheinland und der Unfallkasse NRW. Beispielsweise haben die Mitarbeiter im Lindlarer Rathaus die Möglichkeit an einer bewegten Mittagspause teilzunehmen oder es wird gemeinsam für Sportwettbewerbe wie dem Volkslauf trainiert. In der „Erkältungszeit“ gibt es einmal in der Woche frisches Obst usw. Darüber hinaus hat die Gemeinde für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Rahmenverträge abgeschlossen, die Vorsorgeuntersuchungen bzw. Berufsunfähigkeitsversicherungen zu günstigen Bedingungen offerieren. Auch eine regelmäßige Sozialberatung, z. B. bei Stress, Überlastung, Probleme mit Kolleginnen, Kollegen, Vorgesetzten oder auch im privaten Umfeld, emotionale Belastungen und Erkrankungen gehört zu dem umfangreichen Angebot.

Auf die Frage, wie sich eine verhältnismäßig arme Gemeinde wie Lindlar derartige Maßnahmen leisten kann, antwortet Flohr mit Zahlen. Lag der Krankenstand 2010 in Lindlar mit 7,41 % noch über dem Durchschnitt von 6,36 % habe er sich bis 2015 auf 4,69 % (Durchschnitt 7,78 %) verringert. Ein Prozent weniger Krankenstand mache ca. 48.000 bis 50.000 Euro aus, die Maßnahmen finanzieren sich somit selbst, der Vorteil ergibt sich aus gesünderen und motivierteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

Dies alles führt auch dauerhaft zu einer größeren Veränderungsbereitschaft der Mitarbeiter, damit sich die Kommunalverwaltung flexibel über personelle Organisationsveränderungen an neue Herausforderungen anpassen kann. „Das öffentlich empfundene Beharrungsvermögen der Verwaltung hat da keine Chance“, so Oliver Flohr, „und die Bürgerinnen und Bürger erfreut die Erkenntnis, als Kunden wahrgenommen zu werden.“

SPD-Ratsmitglied Jürgen Schmidt, der das Kommunalpolitische Fachgespräch initiiert hat, kündigte an, dass seine Partei die Erkenntnisse aus dem Vortrag und der Diskussion über die Sommerpause aufarbeiten wird, um sie in der Kürtener Kommunalpolitik aufzugreifen. „Das Gesundheits-management für das Lindlarer Rathaus ist ein gutes Beispiel für ein best-pratice-Modell. Ich glaube es macht Sinn zu prüfen, welche Maßnahmen auch in Kürten gut umsetzbar sind, falls dies nicht schon der Fall ist und bei welchen Maßnahmen vielleicht sogar eine interkommunale Zusammenarbeit angesagt sein könnte.“, so Schmidt weiter.

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